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Utopie?

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Wir schreiben das Jahr 2024. Das gesamte Kloster ist barrierefrei umgebaut, die Stadtkirche saniert. Es existieren optimale akustische Verhältnisse, niemand muss im Winter frieren. Für den Sonntagsgottesdienst hat die Gemeinde einen Hol- und Bringdienst für die Gemeindeglieder organisiert, die nicht so gut zu Fuß sind. Auch die jüngeren Gemeindeglieder und vor allem die Jugendlichen besuchen gerne den Sonntagsgottesdienst, um Gemeinschaft zu erleben, und niemand stört den anderen.
Es gibt in der Gemeinde eine Vielzahl von Veranstaltungsorten für jede Alters- und Zielgruppe, und dort auch ein buntes Bukett an Events, die von kirchlichen Mitarbeitern und Teams kontinuierlich betreut werden, z.B. Lagerfeuer für junge Familien, eine Männerkochgruppe, Kreativ-Workshops, Gesprächskreise, Wanderungen, Ausflüge, Freizeiten und vieles mehr. Die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden und überregionalen Organisationen und Institutionen ist eng und fruchtbar, jeder kann sich zu jeder Zeit „auf allen Kanälen“ informieren, was wann wo los ist.
Die Pfarrer haben eine 5-Tage-Woche und sind durch Geschäftsführer und Vollzeitsekretariate von den administrativen Aufgaben befreit. Sie haben Zeit für Gottesdienste, Kasualien, Seelsorge und die persönlichen Anliegen der Gemeindeglieder. Und es verbleiben trotzdem noch kreative Freiräume, die sich im entspannten Ambiente der bestens ausgestatteten Dienst-Lounge nutzen lassen, um z.B. Ideen zum Gemeindeaufbau weiterzuentwickeln.
 
 
Utopie? Sicherlich! Aber mit voller Absicht! Ein Teil des Kirchenvorstandes ging vom Nachmittag des 1. März bis zum Nachmittag des 2. März im DiaLog-Hotel in Neuendettelsau in Klausur, um zunächst ein idealistisches Zukunftsbild -eben eine Utopie-  unserer Gemeinde zu entwerfen. Das (zusammengefasste) Ergebnis haben Sie gerade gelesen.
Unter der -utopischen-  Annahme, man hätte alles an Geld, Macht und Möglichkeiten zur Verfügung, kann man sich natürlich leicht alles wünschen. Trotzdem ist dieser Schritt sehr wichtig, um nicht schon im Vorfeld durch die „Schere im Kopf“ kreative Ideen zu blockieren. Denn: Zukunft muss von der Zukunft her gedacht werden – und nicht von der Gegenwart und Vergangenheit und ihren Einschränkungen her. Und im zweiten Teil ging es dann auch um die Konkretisierung.
Es war herauszuarbeiten, was von den Utopien in welcher Form realisierbar sein könnte. Welche Hindernisse liegen im Weg, wer könnte sie beseitigen? Wo kann man zumindest ein Stück Weg ebnen, um ein Teilziel zu erreichen? Wer kann was tun? Was sind die nächsten Schritte? Auch wenn z.B. die 5-Tage-Woche für Pfarrer und das Heer an kirchlichen Mitarbeitern,  die sich um die vielen Zielgruppen kümmert, kaum bis 2024 erreichbar sein dürften, so haben die Arbeitsgruppen trotzdem einige konkrete Vorgehenspläne erarbeitet, die in die Richtung „Entlastung der Pfarrer“, „zielgruppenoptimiertes Angebot“ und „Transparenz“ wirken werden. Diese Konkretisierungen und auch die weiteren im Workshop entstandenen Ideen können nun im KV in den entsprechenden Ausschüssen weiterverfolgt werden. 

Trotz des dicht getakteten Workshop-Programms und des für alle Mitwirkenden neuen Formats „Café Future“ – eine Kombination aus „World Café“, „Zukunftswerkstatt“ und „Rollenspiel“- waren die Teilnehmer am Samstag Nachmittag sehr zufrieden mit ihren erzielten Ergebnissen und gleichzeitig motiviert, an ihnen weiterzuarbeiten.  Gefördert wurde die kreative Atmosphäre durch das angenehme Ambiente und die perfekt für solche Workshops ausgestatteten Räumlichkeiten des DiaLog-Hotels in Neuendettelsau.

 
Text und Fotos: Jürgen Kern